![]() |
Jumbo-Pfandbriefe |
Bei Jumbo-Pfandbriefen spielt die Liquidität der Emissionen eine besondere Rolle. Denn dieses Marktsegment großvolumiger Pfandbriefe orientiert sich an Liquiditätsvorstellungen handelsorientierter Anleger.
Emissionsvolumen
Jumbo-Pfandbriefe müssen ein Emissionsvolumen von mindestens 1 Mrd. Euro aufweisen.
Market Maker stellen enge Geld- und Briefkurse
Es ist jedoch nicht nur das Volumen, das diesen Markt so liquide macht. Ein weiteres entscheidendes Merkmal ist das Market Making.
Die Emission von Jumbo-Pfandbriefen wird von mindestens fünf – häufig sogar mehr – Konsortialbanken begleitet, die sich verpflichten, das Market Making zu übernehmen. Das bedeutet, dass sie während der Laufzeit des Jumbos auf Anfrage enge Geld- und Briefkurse je nach Laufzeitenspektrum quotieren. Je kürzer die Restlaufzeit des Jumbo-Pfandbriefs, desto enger ist die empfohlene Spanne zwischen Geld- und Briefpreis (vgl. Empfehlungen im Anhang der Mindeststandards). Aufstockungen müssen jeweils ein Volumen von mindestens 125 Mio. Euro aufweisen.
Darüber hinaus profitieren sämtliche Jumbo-Pfandbriefe mit einem Umlaufvolumen von 1 Mrd. Euro oder mehr und einer Restlaufzeit von über zwei Jahren von der Market-Making-Verpflichtung von 17 Häusern für den Repo-Markt in diesen Emissionen.
Market Maker and Issuer Committee
Ferner wurde im Sommer 2006 ein gemeinsames Gremium von Market Makern und Emittenten gegründet, das sich den Namen "MIC" (Market Maker and Issuer Committee) gegeben hat. Die Aufgabe des MIC besteht darin, über einen permanenten Dialog zwischen beiden Parteien aktuelle Themen zu diskutieren und dadurch die Qualität des Market Makings auf hohem Niveau zu sichern.
Ferner soll das MIC in Krisensituationen bzw. bei deren Anbahnung zusammentreten und Maßnahmen erarbeiten, mit denen ein Aussetzen des Market Makings verhindert oder zumindest eine schnellstmögliche Wiederaufnahme erreicht werden kann.
Erfolgsgeschichte des Jumbo-Pfandbriefs seit 1995
Die Geschichte des Jumbo-Pfandbriefs ist eine Erfolgsgeschichte, wie sie an den internationalen Kapitalmärkten selten zu beobachten ist. Im Jahr 1995 wurde der erste Jumbo-Pfandbrief aufgelegt. Ende 2008 weist der Jumbo-Pfandbriefmarkt ein Volumen von ca. 390 Mrd. Euro aus.
Der Erfolg des Jumbo-Pfandbriefs hat dazu geführt, dass auch in anderen europäischen Ländern die rechtlichen Voraussetzungen für die Emission von pfandbriefähnlichen Produkten geschaffen wurden, so dass es heute ein europäisches Covered-Bond- und Jumbo-Covered-Bond-Segment gibt. Alleine das Umlaufvolumen von Jumbo Covered Bonds umfasst 2007 mehr als 820 Mrd. Euro und Emittenten aus 19 EU-Ländern. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie auf den Webseiten des European Covered Bond Council (ECBC)
Jumbo-Pfandbriefe bilden vollständige Zinskurve ab
Die ausstehenden Jumbo-Pfandbriefe ergeben eine Jumbo-Pfandbrief-Kurve mit Restlaufzeiten von bis zu 10 Jahren. Damit bietet das Jumbo-Segment eine breite Palette liquider Anlagemöglichkeiten, die nahezu alle Laufzeitwünsche der Investoren erfüllt und das Verfolgen komplexer „relative value“ Strategien erlaubt.
Elektronischer Handel von Pfandbriefen
Ein weiteres Merkmal, das dem Liquiditätsbedürfnis institutioneller Anleger entspricht, ist der Handel von Jumbo-Pfandbriefen auf elektronischen Handelsplattformen. Seit dem Ende der 1990er Jahre haben sich eine Reihe dieser Plattformen etabliert. Bei vielen spielt der Jumbo-Pfandbrief eine wichtige Rolle.
Teilweise werden seitens des Betreibers sehr hohe Anforderungen an die zum Handel zugelassenen Emissionen gestellt. So schreibt die Handelsplattform EuroCreditMTS ein Mindestvolumen von 2 Mrd. Euro und Market-Making-Commitments von mindestens sieben Investmentbanken vor, damit eine Emission dort gehandelt werden darf.
Liquidität kombiniert mit den traditionellen Eigenschaften des deutschen Pfandbriefes - erstklassige Bonität und ein attraktiver Renditeaufschlag gegenüber Bundesanleihen – machen den deutschen Jumbo-Pfandbrief zu einem attraktiven Anlageinstrument für nationale und internationale Anleger.
.