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Wohnungsfinanzierung in Deutschland

Entwicklung der Wohnimmobilienfinanzierung in Deutschland insgesamt

Zum Neugeschäft in der Immobilienfinanzierung werden seitens der amtlichen Statistik keine Informationen zur Verfügung gestellt. Vor diesem Hintergrund hat vdpResearch im Auftrag des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken das Neugeschäftsvolumen in der Wohnimmobilienfinanzierung in Deutschland für das Jahr 2016 berechnet. 

Bei der Quantifizierung des Wohnimmobilienfinanzierungsgeschäfts wird auf das Inlandsgeschäft der Banken und Bausparkassen sowie der Erstversicherer abgestellt. Grundlage für die Berechnung ist eine Erhebung unter verschiedenen Verbänden der Kredit- und Versicherungswirtschaft. Wesentliche Teile der Kreditwirtschaft, nämlich die Genossenschaftsbanken, die Banken mit Sonderaufgaben und ein großer Teil der Regional- und sonstigen Kreditbanken stellen keine derartigen Informationen zur Verfügung. Diese Datenlücke wurde mittels einer Hochrechnung auf Grundlage der vorliegenden Daten zu den anderen Institutsgruppen und auf Grundlage der Kreditbestandsstatistik der Deutschen Bundesbank geschlossen.


Die Ergebnisse zur Entwicklung und Struktur des Wohnimmobilienfinanzierungsgeschäftes in Deutschland sind in der nachstehenden Abbildung und Tabellen dargestellt.






Finanzierungsgeschäft der Pfandbriefbanken

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld für den Bau und den Erwerb von Wohnimmobilien ist seit einigen Jahren positiv – so auch 2016. Hinzu kamen nochmals günstigere Finanzierungsbedingungen. So lag der Zinssatz für Wohnungsbaukredite mit einer Zinsfestschreibung von 5 bis 10 Jahren während des Berichtsjahres zwischen 1,43% und 1,84% (Effektivzinssatz, Quelle: Deutsche Bundesbank).
Die kräftige Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt spiegelt sich auch in der Entwicklung und der Struktur des Wohnimmobilienfinanzierungsgeschäfts wider. Die Zusagen lagen bei insgesamt 71,7 Mrd. Euro und damit um 6,0% über dem Vorjahresniveau4. Entsprechend der starken Nachfrage nach Wohnungen in den Großstädten nahm das Neugeschäft bei der Finanzierung von Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäusern mit Wachstumsraten von 10,1% bzw. 15,5% im Vorjahresvergleich deutlich zu. Die Kreditvergabe für Ein- und Zweifamilienhäuser blieb nahezu unverändert auf hohem Niveau (vgl. Tabelle).

* In den Zusagen sind auch Ablösungen fremder Darlehen enthalten. Diese haben 2016 – nach einem kräftigen Anstieg in 2015 – wieder abgenommen. Ihr Anteil liegt im Berichtsjahr bei 18% des gesamten Wohnimmobilienfinanzierungsneugeschäfts (2015: 21%). Der Anstieg des um Ablösungen bereinigten Neugeschäfts fällt mit 8,5% dementsprechend etwas höher aus.


Die Nachfrage nach Wohneigentum hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Dies betrifft insbesondere die Großstädte in wachstumsstarken Regionen. Obwohl die Wohnimmobilienpreise in den letzten Jahren deutlich angestiegen sind, haben die günstigen Finanzierungsbedingungen dazu geführt, dass die Kreditbelastung bei den Erwerbern von Wohneigentum zumindest im Durchschnitt nicht oder nur wenig gestiegen ist. Für das Jahr 2017 ist mit einer stabilen Wohneigentumsnachfrage zu rechnen.

Mit einem Anteil von 58% entfiel der größte Teil der Zusagen auf die Finanzierung bestehender Objekte (einschließlich Modernisierungen). Auf die Finanzierung des Wohnungsneubaus entfielen 24% und auf die Ablösung fremder Darlehen 18% des Neugeschäfte (vgl. Abb.)



Struktur der Wohneigentumsfinanzierung

vdp-Erhebung zur Struktur der Eigenheimfinanzierung

Im Auftrag des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken hat die vdpResearch GmbH im Sommer 2017 eine Erhebung zur Struktur der Finanzierung von Eigenheimen und Eigentumswohnungen unter den in diesem Geschäftsfeld aktiven Mitgliedsinstituten des vdp durchgeführt. Auf Grundlage aktueller Daten sollen konsistente Informationen zu Kaufpreisen, Marktwerten, Fremdmitteleinsatz und Kreditbelastung für die Wohneigentumsfinanzierung in Deutschland gewonnen werden. Die vorliegende Untersuchung schließt an Erhebungen an, die bereits in der Vergangenheit unter den Pfandbriefbanken zu diesem Thema durchgeführt wurden.

Seit 2009 zeigen die Preise für Wohneigentum eine dynamische Aufwärtsbewegung (vgl. Abbildung). Da die Zinsen für Wohnungsbaukredite über einen langen Zeitraum zurückgegangen sind, ist der Wohneigentumserwerb erschwinglich geblieben. Seit 2015 bewegen sich die Zinsen jedoch seitwärts und können somit den Anstieg der Immobilienpreise nicht mehr kompensieren.



Den ausführlichen Bericht finden Sie hier.

Wohneigentumsfinanzierung 2017
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