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Eigenheimfinanzierung: Deutsche unverändert sicherheitsorientiert

Aktuelle vdp-Erhebung zeigt keinen Trend zu riskanteren Finanzierungen

Durchschnittlicher Eigenkapitalanteil gegenüber 2009 gestiegen, Kreditbelastung der Darlehensnehmer gesunken

Eigenheimerwerber in Deutschland gehen bei der Finanzierung unverändert sicherheitsorientiert vor. Das ist die zentrale Aussage einer Erhebung zu den Strukturen der Eigenheimfinanzierung, die der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) im laufenden Jahr bei seinen Mitgliedsinstituten durchgeführt hat.

Die Daten des vdp zeigen keinerlei Anzeichen für eine zunehmende Risikoneigung in der Eigenheimfinanzierung. Vielmehr fallen wichtige Kennziffern im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung im Jahr 2009 günstiger aus. So liegt die Kreditbelastungsquote, also der Anteil des Netto-Haushaltseinkommens, der für Zins und Tilgung aufgewendet werden muss, nach 26 % vor drei Jahren nunmehr bei 23 %. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984. Hier wirkt sich vor allem das historisch tiefe Zinsniveau aus. Trotz der sehr günstigen Finanzierungsbedingungen hat sich der Anteil der Fremdmittel jedoch nicht erhöht. Im Gegenteil: Eigenheimerwerber bringen wieder mehr Eigenkapital in die Finanzierung ein. Mit durchschnittlich 29 % ist der Eigenkapitalanteil höher als zum Zeitpunkt der letzten Erhebung 2009 (26 %). Zudem ist eine klare Tendenz zu längeren Zinsbindungsfristen erkennbar: Der Anteil von Darlehen mit einer Zinsfestschreibung von mehr als zehn Jahren ist gegenüber 2009 von 26 % auf 38 % gestiegen.

Trotz des verbreiteten Anstiegs der Immobilienpreise hat sich die Relation zwischen Hauspreis und Haushaltseinkommen nur marginal erhöht. Eigenheimerwerber investieren durchschnittlich das 5,7fache ihres Jahresnettoeinkommens in ihre Wohnimmobilie; 2009 war es das 5,6fache. Im Durchschnitt geben die Erwerber 279.000 Euro für ein Eigenheim aus, ein Anstieg um 8,1 % im Vergleich zur Erhebung 2009. Im gleichen Zeitraum stieg das verfügbare Haushaltseinkommen auf 4.100 Euro im Monat (plus 7,6 %).

Insgesamt liefern die Ergebnisse der Untersuchung keine Anhaltspunkte für die These, das niedrige Zinsniveau begünstige das Entstehen einer spekulativen Immobilienpreisblase in Deutschland, die mit einer zunehmenden Verschuldung und damit Belastung der Erwerber einher geht. „Der größere finanzielle Spielraum wird nach unseren Erkenntnissen nicht zu riskanteren Finanzierungen genutzt. Dabei zeigt sich auch in der aktuellen Marktlage die stabilisierende Wirkung der in Deutschland üblichen Finanzierungspraxis, bei der nach wie vor die Prüfung der Bonität der Kunden und die vorsichtige Bewertung der als Sicherheit dienenden Immobilie im Mittelpunkt stehen“, so Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp.

Zum Hintergrund:

Das Vermögen der Privathaushalte in Deutschland wird aktuell auf 10,8 Billionen Euro beziffert. Davon entfallen 3,7 Billionen Euro auf Wohnimmobilien. Trotz dieser hohen Bedeutung sind Informationen zu Kosten, Fremdmittelaufkommen und Kreditbelastung der Privathaushalte nur begrenzt verfügbar. In seinen Erhebungen untersucht der Verband seit 1984 regelmäßig die Finanzierung von selbst genutzten Eigenheimen (ohne Eigentumswohnungen). Die Mitgliedsinstitute des vdp haben einen Marktanteil von 30 % an der Finanzierung inländischer Wohnimmobilien.


Erhebung: "Strukturen der Eigenheimfinanzierung 2012"
5. Dezember 2012

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